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Stand:04.01.2012

             

              Kirchdorf  -Ortsteil 713-

Mit Riesenschritten entwickelte sich der Wilhelmsburger Osten in den letzten Jahrzehnten zu einem  modernen Stadtteil . Neben Kirchdorf gehören auch Georgswerder und ein Teil Stillhorns zu dem Ortsteil. Hier nun ein  kleiner Rückblick in die Geschichte:

 Wilhelmsburg wird urkundlich 1158 erstmals erwähnt und schon  um 1200 teilweise eingedeicht .Um diese Zeit hatte sich  im Urstromtal  der Elbe  die große Marschinsel „Gorrieswerthere“ gebildet ,die vom heutigem Kaltehofe bis Finkenwerder reichte ,sowie die Inseln Stillhorn , Moorwerder , und hohe Schaar. Doch dann  kamen die Sturmfluten  1219, 1277, 1362 (in der an der Nordseeküste die Stadt Rungholt unterging) und 1570 die die einstmals geschlossene Insel in „ Tausend  Stücke“ zerriß. Nur die vor den  Nordweststürmen geschützt gelegenen  Inseln Stillhorn ( das um 1333 eingedeicht wurde) und Moorwerder  wiederstanden den Fluten.

Unsere Mühle  (heute Wahrzeichen unseres Ortes) wurde bereits  1582 erwähnt  ( siehe auch unserem Bericht „ Die Mühle Brennt...“) .Als dann  1672  der Herzog Georg-Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg die Inseln Stillhorn ,Georgswerder, und Rotehaus erwarb (Reiherstieg war bereits in seinem Besitz) , ließ er diese  zusammendeichen und  nannte  die Gesamtinsel sowie das 1620 von den Groten erbaute Stillhorner Schloß „ Wilhelmsburg“.  Das Deichdenkmal an der Ecke Kirchdorfer Strasse  und Am Deichdenkmal informiert über die Historie der Eindeichung von Wilhelmsburg.

 Nachdem das alte Schloß baufällig geworden war ,wurde es abgerissen  und 1724 das heutige „Amtshaus“ erbaut. Heute befindet sich in seinen Räumen das „ Museum der Elbinsel Wilhelmsburg “. Auch im 18 und 19 jahrhundert klopfte der „blanke Hans“ immer wieder an unsere Deiche.Zeugen dieser früheren  Deichbrüche  sind noch heute die vielen Bracks. Sie  entstehen  beim Überströmen  der Deiche  auf der Innenseite. Die hier entstandenen Deichbrüche schloß man wieder ,in dem man das neue Deichstück  in einer Kurve  um das Brack  herum  schloß.So entstanden  die vielen Krümmungen in den alten  Deichen und den  daraus  entstehenden Straßen. Die Sturmflut 1962  wird  an  anderer Stelle („ Einsätze , die im Gedächtnis  blieben“) behandelt. Zunächst gehörte Stillhorn zum Kirchspiel Ochsenwerder .Da  die Überfahrt über die Elbe beschwerlich und manches mal unmöglich war , beschloß  man 1388,ein  eigenes Gotteshaus zu bauen. Die heutige Kirche (Kreuzkirche) wurde  1614 erbaut. Sie gehört heute zu den schönsten  alten Kirchen Hamburgs . Mit dem Bau des Bahnhofviertels bekam Kirchdorf  1913  ein zweites Gotteshaus ( die Bahnhofskirche ,heute „St.Raphael“) und 19 76 eine katholische Kirche (St.Bonifatius) in der Krieterstraße.

Für die Bildung  wurde erst  1624 etwas getan .1660 wurde dann  auch eine neue  Schule  erbaut. Als Muster sah man sich eine neuerbaute Schule in Harburg an.1675 wurde dann in Georgswerder eine weitere Schule errichtet.

Bis ins 19.jahrhundert  war der größte Teil der Damaligen Bewohner in der Landwirtschaft tätig. So  wurde  überwiegend Milchwirtschaft und Gemüsebau betrieben und die Produkte in der nahen Hansestadt Hamburg abgesetzt. Größere Veränderungen traten erst um 1900 ein. Durch die einsetzende Industrialisierung  im Westen Wilhelmsburgs  sowie des 1892   in Betrieb genommenen Güterbahnhofs ( damals einer der größten in Deutschland) erfolgte ein starker Zuzug im  Osten. Es entstand das Bahnhofsviertel  und in den dreißiger Jahren die kleinen Fachwerkhäuser  der Hafen-,Stadtrand- und Werkssiedlungen.War Kirchdorf bereits  1927  mit Wilhelmsburg zur Großstadt „ Harburg – Wilhelmsburg“ vereinigt , wurde aus ihnen  1937 durch das  „Groß-Hamburg-Gesetz“ über Nacht „Hamburger“ . Heute wird  es zusammen  mit Moorwerder vom Ortsamt  Wilhelmsburg verwaltet. In den siebziger  Jahren begann  Kirchdorf wieder sein  Gesicht zu verändern. Es entstanden das Einkaufszentrum am Bahnhof sowie das  Neubauviertel „Kirchdorf – Süd. Aus dem einst ruhigen und beschaulichen Kirchdorf ist  langsam eine „Kirchststadt“ mit rund 25000  Einwohnern geworden.     

Heute legt die Elbinsel Wilhelmsburg den Ruf vom Schmuddelstadtteil ab. Dabei dürfte gerade Kirchdorf-Süd  bei vielen Autobahnreisenden ein negatives ,falsches Bild erzeugt haben.Bei einem flüchtigen Blick prägen sich doch eher die Hochhausburgen von Kirchdorf ein, und lassen vermuten die gleichen sozialen Probleme wie beispielsweise in Mümmelmannsberg zu beherbergen.

Kirchdorf hat viel für Entdecker und Ausflügler zu bieten. Bei einer Entdeckungstour sollte ein Besuch der Windmühle Johanna , des Deichdenkmals ,  der Kreuzkirche mit einem Abstecher ins Heimatmuseum und /oder auf dem Kinderbauernhof. nicht fehlen.

 Fotos von Kirchdorf  

 

  

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